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Ausgewählte Ausgabe: 06-2015 Ansicht: Modernes Layout
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Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ)

Revision ISO 14001:2015: Kommunikation von  Umweltinformationen

Nach dem aktuellen Entwurfsstand ISO/DIS ISO 14001:2015 fordert die Norm künftig einen Kommunikationsprozess. Damit steigen die Anforderungen an die interne und externe Kommunikation in Sachen Umweltinformationen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die kommunizierten Umweltinformationen glaubwürdig sind. Ein organisierter Kommunikationsprozess ist deshalb wichtig.


Mit der Revision von ISO 14001:2015 werden unter anderem die Anforderungen an die interne und externe Kommunikation konkretisiert und erweitert. Bisher forderte das ISO-Umweltmanagement bereits ein Verfahren für die interne Kommunikation zwischen verschiedenen Ebenen und Funktionsbereichen. Hinsichtlich der externen Kommunikation gehörte die Bewertung relevanter Äußerungen externer interessierter Kreise zum Pflichtprogramm. Ferner musste die Organisation entscheiden, ob sie über ihre bedeutenden Umweltaspekte extern kommunizieren will und diese Entscheidung dokumentieren. Bei positivem Entscheid, extern zu kommunizieren, musste die Organisation dies methodisch durchführen.

Kommunikation konkret planen

Die revidierte ISO 14001 wird nach dem aktuellen Entwurfsstand ISO/DIS einen Kommunikationsprozess fordern. Darin hat die Organisation in Bezug auf das Umweltmanagementsystem zu planen, worüber sie wann mit wem und wie kommuniziert. Erweitert wurde die Norm um den Aspekt der Änderungen des Umweltmanagementsystems und die Entfaltung der internen Kommunikation auf alle beauftragten Personen, damit diese zur fortlaufenden Verbesserung beitragen können. Darüber hinaus muss die Organisation sicherstellen, dass die kommunizierten Umweltinformationen glaubwürdig sind und mit den selbst generierten Daten übereinstimmen.

Stärkere Prozessorientierung

Alles in allem fließt eine stärkere Prozessorientierung in die interne und externe Kommunikation ein. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass sich nicht viel ändert. Jedoch kommen weitere neue Anforderungen ins Spiel. So könnten sich Kommunikationsanforderungen aus den internen und externen Themen und die Erwartungen oder Forderungen interessierter Parteien mit Einfluss auf das Umweltmanagementsystem ergeben. Auch die Forderung, ausgelagerte Prozesse und die Lebenswegbetrachtung zu berücksichtigen, kann den Kommunikationsbedarf von Umweltinformationen beeinflussen.

Glaubwürdigkeit prüfen

„Vor allem im Hinblick auf zu erstellende Nachhaltigkeitsberichte, verfolgte Umweltstrategien und die Versuche, Einfluss auf Lieferketten zu nehmen, ist ein organisierter und gesicherter Kommunikationsprozess für die Unternehmen von großer Bedeutung“, sagt Claudia Nauta, Produktmanagerin bei der DGQ Weiterbildung. Es sei schwierig, die Glaubwürdigkeit kommunizierter Umweltleistungen von Organisationen und Partnern zu überprüfen. Denn auch wenn nur wenige Trittbrettfahrer und Greenwasher umweltbezogene Leistungen vorenthalten oder falsche Tatsachen vorspiegeln, erleiden Organisationen und selbst Zertifizierungssysteme dadurch große Schäden. Insofern sollten Risiken der Umweltkommunikation – je nach Bedeutung – mit Branchenvereinbarungen, mit direkten Kontakten und Kontrollen in die Lieferkette oder mit Leistungsanreizen abgemildert werden. Termine der DGQ-DIN-DQS Kooperationsworkshops 2015 mit weiteren Details zu den Revisionen ISO 9001 und ISO 14001 finden sich unter www.isorevision.de.

Kontakt
Deutsche Gesellschaft
für Qualität e.V. (DGQ)
Rolf Henning
August-Schanz-Str. 21A
60433 Frankfurt am Main
Tel.: 069/95424-170
Fax: 069/95424-296
rh@dgq.de
www.dgq.de

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