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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Energieersparnis durch Abgaswärmenutzung

Industriebetriebe, in deren Produktionsprozess viel Abwärme anfällt, bieten ein großes Energieeinsparpotenzial. Die Wärme, die häufig ungenutzt mit den Abgasen oder der Abluft entweicht, lässt sich energetisch verwerten. Möglich ist dies mit Abgaswärmeausaustauschern. Die Bulten GmbH aus Bergkamen nutzt diese Technologie, um die gewonnene Wärme erneut dem Produktionsprozess zuzuführen. Die EnergieAgentur.NRW kürte das Konzept zum Projekt des Monats Januar 2017.


Die Abgaswärmeaustauscher wurden auf den Härteöfen montiert und in die Abgasstrecke eingebunden.

Die Abgaswärmeaustauscher wurden auf den Härteöfen montiert und in die Abgasstrecke eingebunden.

Die Bulten GmbH produziert und vertreibt Verbindungselemente für die Automobilindustrie. Im Jahr 1970 wurde die Produktionsstätte in Bergkamen Rünthe – ursprünglich unter dem Namen KHS – gegründet. Nach einem nahezu kompletten Verlust der Gebäudesubstanz durch einen Brand im Jahr 1992 sowie einer darauf folgenden wirtschaftlich schwierigen Phase übernahm der schwedische Schraubenproduzent Bulten das Unternehmen. Die nach dem Brand neu aufgebauten Produktionsstraßen zählen bis heute zu den modernsten Anlagen ihrer Art in Europa. Hier entstehen Kaltumformteile sowie spezielle Schrauben und Verbindungselemente, die bei verschiedenen Automobilherstellern zum Einsatz kommen. Nach dem Kaltumformprozess werden die Schrauben in speziellen Waschanlagen von Ölen und Phosphat befreit, bevor in einer Vergütungsanlage die Wärmebehandlung zur Erlangung verschiedener Härtegrade erfolgt. Dieser Prozess findet bei hohen Temperaturen statt und ist daher sehr energieintensiv. An dieser Stelle setzt das Konzept zur Energierückgewinnung mittels Abgaswärmeausaustauscher (AWT) an.

Bessere Energieausbeute durch Abgaswärmeaustauscher

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Die Härteöfen erzeugen hohe Temperaturen und bieten damit ein großes Wärmerückgewinnungspotenzial.

Ausschlaggebend für das Projekt war der Austausch zweier Waschanlagen in der Vergüterei. Ziel war es, die hohe Abwärmeleistung der Härteöfen für die Warmwasserversorgung der Waschmaschinen nutzbar zu machen. Eingesetzt wurden dafür zwei AWT des Unternehmens Schräder Abgastechnologie aus Kamen, deren Austauscher häufig im industriellen Bereich zum Einsatz kommen. Als Generalunternehmer konzipierte es in enger Zusammenarbeit mit dem Waschanlagenhersteller Ilvet aus Triuggiol / Italien und Bulten die neuen Anlagen. Die gesamte Konstruktion, die die Abgaswärmeaustauscher, die Heizungs- und Steuerungstechnik sowie die Wärmeübergabe an die Waschmaschinen mittels Rohrbündelwärmeaustauscher umfasst, wurde somit aus einer Hand erstellt.
Die AWT wurden auf den Härteöfen installiert. Beide Öfen werden mit je 15 Gasbrennern mit jeweils 31 kW Nennheizleistung befeuert. Dabei entstehen Abgastemperaturen von etwa 300 °C. Die Gase durchströmen die Wärmeaustauscher und geben dabei einen Großteil ihrer Wärme an einen Wasserkreislauf ab.

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Autoren

 Marc Lunemann

Schräder Abgastechnologie, Kamen,
m.lunemann@schraeder.com

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