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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Optisches Brandschutzsystem in Müllverbrennungsanlagen

Von der Lagerung, Sortierung und Wiederverwertung der Abfälle bis zu deren Umwandlung in Wärmeenergie und Strom ist der gesamte Kreislauf mit einem hohen Risiko für Brände und Selbstentzündungen verbunden, die Mitarbeiter und Umwelt bedrohen können. Um diese Gefahr zu minimieren, hat ein tschechisches Unternehmen eine auf Wärmebildtechnik basierende Komplettlösung zur kontinuierlichen Überwachung von Feststoffabfällen entwickelt. Dafür setzt es Wärmebildkameras der Flir Systems GmbH, Frankfurt am Main, ein.


Wärmebildkameras lassen sich in zahlreichen Industriebereichen einsetzen. So auch in Systemen zur Überwachung von Müllverbrennungsanlagen.

Wärmebildkameras lassen sich in zahlreichen Industriebereichen einsetzen. So auch in Systemen zur Überwachung von Müllverbrennungsanlagen.

Das Abfallmanagement ist in den meisten entwickelten Industrieländern der Welt eine Schlüsselbranche, die gerade einen entscheidenden Modernisierungsprozess durchläuft und immer mehr Müll für die Energiegewinnung thermisch verwerten soll. Die Stationen des Wiederverwertungsprozesses sind einer ständigen Gefahr von Bränden ausgesetzt. Lagerung, Sortierung und Wiederverwertung der Abfälle sind einem hohen Selbstentzündungsrisiko ausgesetzt. Das stellt eine ständige Bedrohung der Gesundheit der Mitarbeiter und der Umwelt dar. Um diese Gefahr entgegen zu wirken, hat das tschechische Unternehmen Workswell eine Komplettlösung auf der Basis von Wärmebildtechnik namens „Waste Bunker Monitor“ zur kontinuierlichen Überwachung von Feststoffabfällen entwickelt. Dafür nutzt es Wärmebildkameras von Flir.
Workswell s.r.o. ist ein Technologieentwicklungs- und -handelsunternehmen, das auf dem mitteleuropäischen Markt agiert. Der Hauptsitz befindet sich in Prag. Zu den Hauptaktivitäten gehört unter anderem die Bereitstellung von Lösungen zur berührungsfreien Temperaturmessung für unterschiedliche Branchen. Die Kunden sind unter anderem Glashütten, Gießereien, Zementwerke, kommunale Müllverbrennungsanlagen (MVA) und Wärmekraftwerke.

Abfallmanagement

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Brände in Müllbunkern sind eine große Gefahr für jede Müllverbrennungsanlage.

Das weltweite Abfallaufkommen wächst stetig. Allein in den tschechischen Städten und Gemeinden fallen jährlich zwischen 3,5 und 5,5 Millionen Tonnen Müll an. 75 % dieser Abfälle werden derzeit in der Tschechischen Republik auf Deponien gelagert. Davon werden ungefähr 400 000 t in kommunalen MVA in Prag, Brno und Liberec thermisch verarbeitet, die damit insgesamt rund 2,3 Mio. GJ an Wärmeenergie und 18 000 MWh Bruttostrom erzeugen. Durch die thermische Müllverwertung lässt sich nicht nur Energie gewinnen, sondern auch die Müllmenge deutlich reduzieren – und zwar auf bis zu 10 bis 15 % ihres ursprünglichen Gewichts. Deshalb ist das Verbrennen für die meisten Abfallarten die geeignete Entsorgungsmethode.
Die MVA im Prager Stadtteil Malešice ist seit dem Jahr 1998 in Betrieb. In der Anlage wird Müll verbrannt, um daraus Wärmeenergie und Strom zu gewinnen. Die dabei gewonnene Energie wird zur Warmwasserbereitung und zum Beheizen von Wohngebäuden genutzt.

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Autoren

 Markus Moltkau

Business Development Manager DACH des Bereichs Industrial Automation, Flir Systems GmbH, Frankfurt
www.flir.com

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