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Ausgewählte Ausgabe: 07-08-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Wassermanagement digital

Abwasseranlagen, die unter optimalen Betriebsbedingungen laufen, verbrauchen weniger Energie und halten länger. Eine Echtzeitüberwachung kann die Maschinen entsprechend steuern und den Betreiber vor hohen Betriebskosten schützen. Das System AquaWeb der Sulzer AG aus dem schweizerischen Winterthur ist webbasiert und erlaubt einen Fernzugriff auf das Abwassermanagement.


Webbasierte Überwachung von Abwasseranlagen kann den Energieverbrauch senken und die Lebenserwartung der Betriebsmittel erhöhen.

Webbasierte Überwachung von Abwasseranlagen kann den Energieverbrauch senken und die Lebenserwartung der Betriebsmittel erhöhen.

Die Digitalisierung macht vor keinem Wirtschaftszweig halt. Darum hat Sulzer im Jahr 2006 begonnen, eine webbasierte Lösung für die Pumpenüberwachung zu realisieren. Daraus entstand das Überwachungs- und Steuerungssystem AquaWeb, das einen Fernzugriff auf Pumpen und Pumpstationen erlaubt. Mittlerweile sind mehr als 5 000 Stationen digitalisiert und für die Online-Überwachung und Feldprüfung ausgerüstet. Die Daten, die das System liefert, ermöglichen Nutzern schnelle Entscheidungen und verbessern so den Betrieb.

Praxiseinsatz in Schweden

Was die Digitalisierung in der Praxis erlaubt, zeigt ein Beispiel aus Schweden: Seit zwei Tagen fällt in Sollentuna starker Regen. Der bei Sollentuna Energi & Miljö AB für die Abwasserstationen zuständige Wartungsingenieur Sven Johansson bekommt eine Textnachricht auf seinem Mobiltelefon: „Alarm – Niveau Pumpenschacht hoch in Pumpstation 3!“ Sofort verbindet er sich über die AquaWeb-App auf seinem Telefon mit dem Überwachungs- und Steuerungssystem und prüft den Status der umliegenden Pumpstationen. Per Fernsteuerung kann er die Zufuhr von zwei nahe gelegenen Stationen abschalten und somit den Wasserzufluss zur Pumpstation 3 regulieren.
Sensoren und Steuerungen sind die Grundlage für die Digitalisierung. Sie überwachen und liefern Daten über den Zustand von rotierenden Maschinen und anderen Betriebsmitteln. Sulzer-Pumpen stellen ihre Daten entweder über integrierte oder über externe Sensoren bereit. Das System ist in der Lage, Daten von optionaler oder kundenseitiger Überwachungstechnik zu sammeln. Die Werte werden lokal erfasst und in eine cloudbasierte Datenbank übertragen. Dies erfolgt über Funkmodems, die mit SIM-Karten des Unternehmens ausgestattet sind. Damit ist das Erfassungssystem losgelöst von Netzanbietern und kann überall – unabhängig von einem kabelgebundenen Netzwerkzugang – eingesetzt werden. Ein hohes Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten – das war der wesentliche Grund, in ein eigenes Datennetzwerk für AquaWeb zu investieren.

Datenerfassung in der Cloud

Das cloudbasierte System zeigt die aktuellen Zustände der Pumpstationen auf einer Karte an und erlaubt den Fernzugriff auf einzelne Aggregate.

Das cloudbasierte System zeigt die aktuellen Zustände der Pumpstationen auf einer Karte an und erlaubt den Fernzugriff auf einzelne Aggregate.

Die Erfassung in einer cloudbasierten Datenbank hat Vorteile. So können verschiedene Benutzergruppen von überall auf der Welt gleichzeitig auf die Daten zugreifen. Bei einem Wasserwerk wären das zum Beispiel das Bedienpersonal, der Betriebsleiter, der Elektriker und die Geschäftsführung. Als Endgeräte für den Zugriff kommen Computer, Tablets oder Smartphones in Frage. Die Alarmeinstellungen für das System sind anwenderspezifisch konfigurierbar. Im Falle eines Alarms erhalten die festgelegten Personen Push-Benachrichtigungen per E-Mail oder SMS und können dann schnell reagieren und über das weitere Vorgehen – zum Beispiel das Abschalten einer Pumpe – entscheiden. Korrekturmaßnahmen lassen sich auch als automatische Aufgaben im System definieren. So kann bei einem Alarm aufgrund eines hohen Niveaus im Pumpenschacht die Zufuhr von nahe gelegenen Stationen automatisch abgeschaltet werden.

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Autoren

Dr. Rainer Weihofen

Sulzer AG, Winterthur / Schweiz, rainer.weihofen@sulzer.com

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