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Ausgewählte Ausgabe: 10-11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Abfallwirtschaft in Kroatien

Kroatiens Abfallsektor steht im Zuge der Anpassung an EU-Standards immer noch vor großen Herausforderungen. Investitionen in Abfallwirtschaftszentren und Deponiesanierungen sind in nächster Zeit im Fokus. Mülltrennung und Wiederverwertung werden künftig stärker in den Vordergrund rücken. Für Kofinanzierung von Projekten stehen bis zum Jahr 2020 EU-Mittel in Höhe von 475 Mio. € zur Verfügung. Besonders groß ist der Nachholbedarf bei Bioabfällen, Bauschutt, Klärschlamm sowie gefährlichen Abfällen.


Kroatien wird es voraussichtlich nicht schaffen, bis zum Jahr 2018 ein integriertes und EU-konformes Abfallwirtschaftssystem zu realisieren. Die Verabschiedung des neuen Abfallbewirtschaftungsplans für 2017 bis 2020 hatte sich verzögert. Dieser ist Grundlage für die Nutzung von EU-Kohäsionsmitteln. Im Zeitraum 2014 bis 2020 stehen Kroatien für den Abfallsektor 475 Mio. € zur Verfügung.
Für die Kommunen dürfte sich die Umsetzung einer neuen Durchführungsverordnung über die Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen als kritisch erweisen. Sie soll ab 1. November dieses Jahres die Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Mülltrennsystemen und die Preisfestsetzung schaffen. Für Kommunen, welche die Ziele für deponierte Abfallmengen überschreiten, sind Geldbußen vorgesehen. Ein Drittel der insgesamt 555 lokalen Verwaltungseinheiten verfügte 2015 noch über keinerlei Mülltrennung.
Vor allem in den Küstenregionen, die in den Sommermonaten rund das Sechsfache des üblichen Abfallaufkommens bewältigen müssen, ist der Systemumbau eine große Herausforderung. Es gibt aber auch schon Beispiele für erfolgreiche Kommunen, wie etwa die Städte Krk und Crikvenica an der Nordadriaküste, die bereits 2015 die für 2020 angepeilte Recyclingquote von 50 % erfüllten. Vorreiter ist die Stadt Prelog mit 57 %.
Für Ausrüstungskäufe waren bisher viele Gemeinden auf Zuschüsse des kroatischen Ökofonds (FZOEU) angewiesen. Seit 2017 sind dafür EU-Kohäsionsmittel entscheidend. Im Frühjahr 2017 wurden erste EU-Finanzhilfen für den Bau von Recyclinghöfen ausgeschrieben. Es soll die Mittelvergabe an Kommunen für den Ausbau von Sortier- und Kompostieranlagen für Bioabfälle folgen. FZOEU bietet fachliche Beratung sowie Subventionen für die Ausarbeitung von Projektunterlagen an, etwa für Recyclinghöfe. Bis Ende 2019 sind 150 solche Anlagen zu errichten.
Schleppend verläuft die Deponiesanierung. Ab 2018 ist die Ablagerung auf nicht EU-konformen Deponien verboten. Derzeit werden Sanierungspläne für 60 Müllkippen ausgearbeitet, an 30 Anlagen werden erforderliche Maßnahmen durchgeführt. Am größten ist der Nachholbedarf bei der Sickerwasser- und Deponiegasbehandlung. Bis 2022 müssen die übrigen Deponien für gefährliche Industrieabfälle saniert werden. Bei nur 6 von 13 Anlagen war 2016 die Anpassung abgeschlossen.

Planung von Abfallwirtschaftszentren wird überarbeitet

Der geplante Bau großer Abfallwirtschaftszentren (AWZ) hat sich stark verzögert. Der neue Abfallbewirtschaftungsplan sieht nur noch 11 von ursprünglich 13 geplanten AWZ vor. Dabei steht das Projekt in der Region Dubrovnik-Neretva auf dem Prüfstand. Zwei Anlagen sind in Istrien und Primorje-Gorski kotar bereits in Betrieb. Derzeit werden für die geplanten Zentren Machbarkeitsstudien auf Basis der neuen Vorgaben ausgearbeitet. Ausnahmen sind die Projekte in Zadar und Sibenik, die bereits ausgeschrieben wurden. Die Finanzierung der AWZ wird bis zu 90 % aus EU-Strukturmitteln und Hilfen des FZOEU gesichert. Für den Rest gibt es günstige Kreditmöglichkeiten unter anderem der Europäischen Investitionsbank.

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Autoren

 Waldemar Lichter

GTAI Ungarn, www.gtai.de/ungarn

Germany Trade & Invest

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